Du führst ein Haushaltsbuch, hast ein Wertpapierdepot und überweist gleich zu Beginn des Monats deine Sparrate aufs Tagesgeldkonto.

Täglich prüfst du den Kontostand und erledigst deine Umbuchungen und Überweisungen. Gefühlsmäßig beschäftigst du dich nur noch mit deinen Finanzen.

Hier kannst du Abhilfe schaffen, indem du deine Finanzen automatisierst. Du sparst dadurch nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Zu Beginn musst du allerdings etwas Zeit investieren, um alles so einzustellen, dass alles ohne deine Hilfe funktioniert.

Sobald du dir ein Kontensystem überlegt hast und die Daueraufträge eingerichtet hast, musst du (fast) keine Zeit mehr investieren.

8 Schritte zur Vereinfachung deiner Finanzen

Schritt 1: Onlinekonto

Falls du zu denen gehörst, die immer noch kein Onlinebanking verwenden, solltest du das endlich ändern. Es bringt nichts, wenn du dich weigerst, es ist die Zukunft.

Umso früher du dich damit beschäftigst, desto besser. Somit kannst du nicht nur deine Finanzen automatisieren, sondern sparst dir auch unnötige Wege zur Bank.

Schritt 2: Kenne deine Ausgaben

In diesem Beitrag habe ich erklärt, welche Möglichkeiten du hast, um deine Ausgaben zu erfassen. Die Zahlung mit der Bankkarte hat den Vorteil, dass du deine Ausgaben besser nachvollziehen kannst.

Schritt 3: Überlege dir eine Kontostruktur

Wenn du nächstes Jahr einen größeren Urlaub planst, macht es Sinn, dir ein eigenes Konto anzulegen, das du monatlich besparst. Auch für jährliche Zahlungen, bespielsweise deine Autoversicherung, kannst du dir zusätzliche Konten einrichten.

Was du unbedingt brauchst, ist ein Notfallkonto. Auf diesem sparst du 3-6 Monatsgehälter an. Dieses Konto ist für Notfälle, und NUR für Notfälle gedacht. Notfälle sind eine unerwartete Autoreparatur, die kaputte Waschmaschine oder auch ein Jobverlust.

Mache dir also Gedanken, welche und wieviele Konten du brauchst zb. Girokonto, Notfallkonto, Freizeitkonto, Bildungskonto, Sparzielekonto und ein Tagesgeldkonto für Investitionen.

Schritt 4: Die Sparrate

Um deine Sparrate zu ermitteln, stellst du Einnahmen und Ausgaben gegenüber. Das was übrig bleibt, ist deine Sparrate. Diese sollte umgerechnet mindestens 10% deiner Einnahmen ausmachen.

Je höher deine Sparrate ist, desto besser, denn umso schneller kommst du an dein Ziel. Vergiss bei all dem Sparen jedoch nicht, dass du auch noch im Hier und Jetzt lebst.

Es bringt nichts, wenn du anfängst, auf alles, was dir wichtig ist, zu verzichten, nur damit du deine Sparrate erhöhen kannst. Wenn du deine Sparrate erhöhen willst, aber nirgends mehr sparen kannst, dann überlege dir, wie du dein Einkommen erhöhen kannst.

Schritt 5: Aufteilung auf deine Konten

Du hast deine Konten angelegt, kennst deine Ausgaben und deine Sparrate. Wie aber verteilst du deine Sparrate auf die einzelnen Konten? Du entscheidest selbst, wie viel du sparen willst und kannst. Überlege dir, wie viel du auf jedes Sparkonto legen möchtest. Wichtig ist, dass du, sofern du noch kein Notfalldepot hast, dieses zuerst besparst.

Diese Rücklagen bilden deinen finanziellen Schutz. Finanzieller Schutz sind Rücklagen, die dich bei Wegbruch deines Einkommens einige Zeit über Wasser halten oder du schnell an Geld kommst. Es ist die Grundvoraussetzung für finanzielle Unabhängigkeit.

Schritt 6: Richte Daueraufträge ein

Um dir ein ständiges hin und her überweisen zu sparen, richtest du dir Daueraufträge ein. Wenn du diesen Schritt erledigt hast, brauchst du so gut wie nichts mehr zu machen. Deshalb kommen wir jetzt zur eigentlichen Automatisierung deiner Finanzen.

Wenn du Ende des Monats dein Geld aufs Konto bekommst, richtest du Anfang des des Folgemonats deine Daueraufträge ein. Sofern du zuerst eine Rücklage für dein Notfalldepot bilden musst, überweist du deine Sparrate auf dieses Konto.

Sobald du deine 3-6 Monatsgehälter angespart hast, änderst du deinen Dauerauftrag. Nun richtest du auch für die anderen Sparkonten einen Dauerauftrag ein. Somit gehen am Monatsanfang automatisiert alle Sparbeträge direkt auf die verschiedenen Konten. Der Rest der am Konto ist, wird für das tägliche Leben verwendet.

Ende des Monats, bevor das neue Gehalt kommt, wird der Rest, der noch am Konto ist, auf das Tagesgeldkonto umgebucht.

Am Monatsende kannst du einen Abschöpfungsauftrag einrichten. Im Gegensatz zum Dauerauftrag, bei dem du jeden Monat einen bestimmten Betrag überweist, wird beim Abschöpfungsauftrag dein Konto bis zu einem bestimmten Betrag abgeschöpft.

Das heißt, wenn du am 25 d. Monats einen Abschöpfungsauftrag über 200 € einrichtest, wird alles, was darüber hinausgeht abgebucht. Wenn du in einem Monat sehr sparsam warst und du noch einen höheren Betrag am Konto hast, bist du verleitet, dieses Geld dann im nächsten Monat auszugeben. Hier ist ein Abschöpfungsaufgtrag sehr hilfreich.

Schritt 7: Automatisierung deines ETF-Sparplans

Wenn du bereits ein Wertpapierdepot hast und monatlich in einen ETF-Sparplan einzahlst, richtest du auch dafür einen Dauerauftrag auf das Depotverrechnungskonto ein.

Das heißt, du zahlst deinen Sparbetrag, den du fürs investieren vorgesehen hast, direkt auf das Verrechnungskonto für dein Wertpapierdepot. Gleichzeitig richtest du einen automatischen Sparplan für deine ETF´s ein, somit ist auch dieser Schritt automatisiert.

Schritt 8: Das Gemeinschaftskonto

Wenn du mit deinem Partner ein Gemeinschaftskonto hast, von dem jeden Monat die gemeinsamen Ausgaben gezahlt werden, dann kannst du auch hier einen Dauerauftrag über die vereinbarte Summe einrichten.

Zu Beginn mag das ganze Kontensystem zwar sehr aufwendig und kompliziert wirken, hat man es aber erst einmal angelegt, spart es dir in Zukunft jede Menge Zeit und Arbeit.

Du kannst dieses System auch abwandeln und auf deine persönlichen Bedürfnisse anpassen, beispielsweise wenn du Kinder hast.

Wie sieht deine Kontenstruktur aus? Hast du auch so ein automatisiertes Kontensystem oder machst du alles händisch?