Wenn beim Gedanken ans Sparen die Freude flöten geht, wird es Zeit etwas zu ändern. Eine Hilfestellung, die den Spaß wieder aufleben lässt, bietet das 6-Konten-Modell.

Vom Sinn des Sparens

Egal wie viel oder wenig du verdienst, solange du nicht sparst, wird es unmöglich, dir ein Vermögen aufzubauen oder für das Alter vorzusorgen.

Egal ob du einen Job hast, im Lotto gewonnen oder Geld geerbt hast. Wenn du nicht weißt, wie du mit Geld umgehst und vernüftig sparst, wird es irgendwann aufgebraucht sein.

Beim Sparen geht es nicht einfach nur darum, Geld auf die Seite zu legen, sondern Geld zu sparen, um dir deine Träume und Wünsche zu erfüllen oder auch um deinen Lifestyle im Alter zu erhalten.

Wer spart, um des Sparens Willen, wird unglücklich und gibt irgendwann auf und somit auch das Geld aus. Deshalb überlege dir im ersten Schritt, wofür willst du sparen? Was willst du mit dem gesparten Geld machen? Für was brauchst du das Geld?

Egal ob du dir einen Urlaub gönnen willst, die langersehnte Weltreise machen möchtest oder einfach nur für´s Alter vorsorgen willst, um auch dann noch deinen derzeitigen Lebensstil aufrecht zu erhalten und den Lebensabend genießen zu können.

Erst wenn du einen Grund hast, wofür du dein Geld sparst, wir es dir leicht fallen und sogar Spaß machen, dein Geld zu sparen und später dann auch zu investieren.

Sparen und trotzdem Spaß haben

Nun ist es aber so, dass jede von uns auch selbst für´s Alter vorsorgen muss, da wir nicht wissen, ob es in 30 Jahren noch eine Pension/Rente für uns geben wird. Ich habe einige Zeit den Fehler gemacht und nur noch für das Alter vorgesorgt und nicht für meine anderen Ziele gespart.

Auch das löst früher oder später Frust aus. Hier ist es wichtig, ein Mittelmaß zu finden. Durch das 6-Konten-Modell bespare ich die wichtigsten Bereiche und es bleibt auch noch genug Geld für ein paar schöne Dinge im Lebens übrig.

Bevor du dieses Modell für dich anwendest beachte bitte, dir zuerst eine Reserve von 3-6 Monatsgehälter zur Seite zu legen für eventuelle Notfälle, beispielsweise einen Jobverlust, eine Trennung oder eine kaputte Waschmaschine.

Fange erst danach an, Geld anzulegen und beispielsweise an der Börse zu investieren.

Das 6-Konten-Modell

Konto 1: Dein Alltagskonto – Girokonto

Auf diesem Konto landen erstmal deine gesamten Einnahmen. Mit diesem Konto deckst du deine Fixkosten, also deine Miete, Handy, Telefon, Lebensmittel, Auto, Versicherungen, etc. Deine Fixkosten sollten nicht mehr als ca. 50-55% der Einnahmen ausmachen.

Die restlichen 45-50% teilen wir auf die folgenden 5 Konten auf:

Konto 2: Deine Altersvorsorge

Um auch im Alter abgesichert zu sein, legen wir gleich mal 10% auf ein eigenes Konto. Diese werden dann weiterveranlagt, beispielsweise in ETF´s, damit das Vermögen durch den Zinseszins profitiert und sich vermehrt.

Konto 3: Dein Spielgeld

Natürlich sollte man auch immer im Hier und Jetzt leben. Und ein bisschen Spaß gehört im Leben auch dazu. Egal ob für den Urlaub, eine Massage oder für Hobbys. Diese 10% sollen für den Spaß im Leben sein. Denn damit hast du nicht das Gefühl, ständig auf alles verzichten zu müssen.

Konto 4: Deine lanfristigten Sparziele

Dann gibt es noch ein Konto für langfristige Sparziele. Egal, ob deine Traumhochzeit, ein Urlaub oder die langersehnte Weltreise.

Auch dafür heißt es erstmal sparen. Deshalb sparen wir auch hier 10% der Einnahmen. Somit wird auch aus einem langfristigen Ziel bald Realtität.

Konto 5: Deine Fortbildungen

Wissen bringt die beste Rendite. Egal ob Weiterbildungen in deinem Fachberich oder für deine Persönlichkeit, Wissen kostet Geld.

Und um dir dieses Wissen anzueignen und auch die Fortbildungen machen zu können, die du willst, ist es wichtig, dass du dir auch hierfür das nötige Geld auf die Seite legst. Deshalb sparen wir auch hier 10%.

Konto 6: Spendenkonto

Und zu guter Letzt gibt es auch noch ein Spendenkonto. Wir können sehr dankbar sein, in einem Land wie Österreich zu leben. Auch wenn gerne gejammert wird, geht es uns allen sehr gut.

Leider hat nicht jeder dieses Privileg, deshalb ist es auch wichtig, dass wir die unterstützen, die unsere Hilfe benötigen. Hier legen wir 5-10% zur Seite.

Das Geld reicht nicht – Was soll ich tun?

Fang trotzdem an. Egal ob du erstmal deine Reserve für Notfälle aufbaust, oder du auf jedes Konto nur einige wenige Euros überweisen kannst. Wichtig ist, dass du anfängst, etwas zu tun und zu handeln. Es werden Möglichkeiten kommen und sich neue Wege auftun.

Wer will findet Wege, wer nicht will, findet Ausreden. Du kannst die Konten auch abwandeln, falls du andere Prioritäten hast, beispielsweise für das Studium der Kinder sparen willst.

Die oben vorgestellte Übersicht ist ein Modell, dass du natürlich für dich passend ändern kannst. Gleichzeitig überprüfe deine Ausgaben, wo es Sparpotzenziale gibt. In weiteren Schritten kannst du deine Einnahmen erhöhen.

Automatisiere deine Überweisungen

Es ist mühsam, jeden Monat die Überweisungen händisch einzugeben, deshalb nutze Daueraufträge und automatisiere deine Finanzen so gut es geht.

Spare am Anfang des Monats

Ein sehr wichtiger Tipp den ich dir mitgeben möchte, ist es, die Daueraufträge bereits am Beginn des Monats zu erstellen. Denn so kommst du nicht in Versuchtung den Betrag für die Altersvorsorge doch in eine Handtasche zu investieren.

Meine Erfahrungen mit dem 6-Konten-Modell

Ich selbst nutze dieses Modell schon ca. 2 Jahre und bin sehr zufrieden damit. Natürlich gab es seither einige Abwandlungen, damit es für meine aktuellen Bedürfnisse passt.

So bespare ich derzeit kein Forbildungskonto, da ich das letzte Jahr sehr viel in meine Persönlichkeitsentwicklung und für Fortbildungen ausgegeben habe.

Hier geht es jetzt vorallem darum, in die Umsetzung zu kommen und das Gelernte anzuwenden. Doch das ist eine andere Geschichte. Durch das sparen am Anfang des Monats lernt man sehr schnell, mit den 50-55% der Einnahmen zu wirtschaften.

Man hinterfragt automatisch seine Ausgaben und reduziert Ausgaben, die nicht notwendig sind.

Kennst und nutzt du dieses System? Wie funktioniert es für dich?